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"Standing here in Buda, trying to explain..." (Pain of Salvation - Waking every God)

Budapest, Hungary


Von Wien wurden wir zuerst von zwei Bediensteten einer Fleischfirma mitgenommen, die vorher noch zwei Ladungen Fleisch in den Kofferraum luden. Sie brachten uns bis zum RH auf der Autobahn, von dem ein Ratinger mit Mettmanner Kennzeichen bis kurz vor Budapest brachte. Er fuhr mit seinem Sohn Richtung Rumänien, um seine Frau zu besuchen. Nichtsdestotrotz kam er mir etwas verpeilt vor. Der RH auf dem er uns rauswarf lag auf einer Autobahn, die an Budapest bereits vorbeiführte. Nach etwas fragen, kamen wir mit einer Ungarin in ihrem winzigen Auto in ein kleines Dorf zu einer Bushaltestelle, von wo wir aus direkt nach Budapest fahren konnten. Mir war es peinlich, dass eine junge Frau unsere Bustickets zahlte, als der Busfahrer drauf bestand, dass alle vorne einsteigen müssen. Wir hatten vorher nicht die Möglichkeit Euro in Forint einzutauschen.

Als es allmählich dunkel wurde suchten wir immer noch nach dem Haus unseres Hosts, der sich wie sich herausstellte, 20 Km weit weg von der Innenstadt wohnte. Als wir schon in der Umgebung waren half uns eine andere nette Frau, die richtige Straße zu finden, bis ein Russe uns entgegenkam, der schon Bescheid wusste wo wir hinwollten. Er sagte, dass es ein Hostel ist, was uns etwas verwirrte, da wir unsere Schlafplatz über Couchsurfing organisiert hatten und das ist ja bekanntlich kostenfrei.

Christoph: "Hey Saki. Here it is! Number 10."
Saki:" Yep"

Ich klingelte an der Gartentür. Agnes, die Besitzerin kam heraus und schaute uns an.

Christoph: "Hello. We're looking for Agnes."
Agnes: "I'm Agnes. Are you Christoph and Saki?"
Christoph: "Oh, I see. Yes we are."

Mit einer Gastfreundlichkeit ohne Grenzen, wurden wir in ihr Quartier eingewiesen. Sie erklärte uns alles, was wichtig war: Die Bus- und Bahnverbindungen, die Läden der Umgebung, sie stattete uns mit Stadtplänen aus und gab uns das Internetpasswort. Anschließend führte sie uns zu unserem kleinen Haus, welches vom Hauptgebäude getrennt war. Dort waren die Betten bereits für uns gemacht, eine Flasche Wasser stand dort für uns bereit, wir hatte eine Dusche ohne Klo und bald gab sie mir 4 Schlüssel um sämtliche Türen auf- und abschließen zu können. "You are independent in your house outside", waren ihren letzten Worte.

Da wir Hunger hatten, kauften uns in einem kleinen Laden Zutaten für Spaghetti. Die anderen Gäste von Agnes waren aus Weißrussland und begleiteten uns. Bald wurde die Entscheidung getroffen, doch noch in die Stadt zu fahren, denn dort gab's ein Feuerwerk und auch wollten wir dort was vernünftiges essen. Spaghetti sollte es dann halt morgen geben. Durch viel Verwirrung fuhren wir sofort wieder zurück, nachdem wir ein paar Minuten am Hauptbahnhof waren, weil die Displays im Bahnhof Züge immer nur für die nächste Stunde anzeigten. Da dachten wir, danach würde nichts mehr fahren, weswegen wir notgedrungen sofort wieder umkehrten. Das war echt bescheuert...

Wieder bei Agnes angekommen, gingen wir in das Hauptgebäude und kochten und füllten unsere leeren Mägen mit Spaghetti in der Küche, versuchten dabei möglichst leise zu sein, weil es schon spät war und räumten danach alles wieder pingeligst auf.

Am nächsten Morgen wurde ich von Agnes in ihre Küche gebeten. Nachdem sie mir einen Tee anbot, erzählte sie mir fast eine halbe Stunde lang, dass wir nicht gester Nach hätten kochen dürfen und unterstellte mir, der sich für diese Tat verantwortlich zeigte, falsches Benehmen. Als ich beim ersten Mal dachte, dass das Thema jetzt vorrüber sei, da ich mich auch schon mehrmals entschuldigte, kehrte sie gnadenlos wieder auf denselben Punkt zurück. Anscheinend hatten wir die Nachtruhe ihrer Gäste gestört und außerdem hatte Saki beim Spülen den Abfluss mit Pasta verstopft. Dann erzählte sie mir noch es gäbe ein Gesetz in Ungarn, nachdem man nach 22 Uhr nicht mehr laut sein darf. Ich erinnere mich nicht, dass wir laut gewesen sind, ab gut...sie hat wohl einen Nachbarn, der ihr nicht besonders freundlich gesonnen ist. Sie wollte um jeden Preis vermeiden, dass er sich aufregt. Von Hostels kenne ich es, dass man darin kochen darf, egal um welche Uhrzeit, es sei denn es hängt dort ein Schild. Wir waren nicht ihre Hostelgäste. Richtig, aber sie gab mir zumindest die Schlüssel um ins "Hostel" hineinzugelangen. Sie hätte mir ihre Regeln vorher deutlich machen müssen. Die anfängliche Gastfreundschaft passte zudem überhaupt nicht mit ihrer Reaktion zusammen und ich hatte mehr das Gefühl sie brauchte jemanden, den sie zurechtweisen konnte. Das alles veranlasste mich, ihr Haus so schnell wie möglich zu verlassen, um in die Innenstadt zu kommen.

Wir starteten also in die Stadt und schauten uns Budapest an. Hier ein paar Eindrücke:


Besonders die Straße auf der die ganzen Bars waren, gefiel uns sehr sehr gut!

Später waren wir auf 'nem Markt, wo ich köstliche Süßspeisen fand und nachdem Saki von ihrer Zuckerwatte genug hatte, formte ich dieses süße Zuckerwattemonster :-):


Und abends:

Als wir dann wieder zurück zu Agnes sind, war es bereits nachts und wir mussten sie nicht mehr sehen. Schon am morgen war ich kurz davor ihr zu sagen, dass wir uns um eine andere Unterkunft bemühen werden, ließ ihr aber noch eine Chance. Schnell hingen wir noch draußen unsere Wäsche auf, die über den Tag in der Waschmachine unseres kleinen Häusschens lag und gingen dann zu Bett.

Saki: "Good morning. I found a note outside."
Christoph: "Thanks. I'll read it."

Ich wusste was da kommen würde und ich hatte Recht. Agnes hatte unsere Wäsche draußen gesehen und war mit irgendetwas nicht einverstanden. Auf dem Zettel stand sinngemäß:

"Christoph. Du hast meine Waschmaschine benutzt ohne mich zu fragen. Der Strom muss dafür umgestellt werden und ich hätte euch es niemals erlaubt. Ich bin ohne Worte. Bitte gebt mir die Schlüssel zurück."

Was sollte ich dazu sagen? Es ärgerte mich. Diese Person vertraut uns ihre Wohnung an, gibt uns das Gefühl es gibt keine Einschränkungen und beschwert sich nun über alle Dinge die wir machen, ohne es uns vorher gesagt zu haben? Ich habe in diesem Moment schon angefangen an meinen guten Manieren zu zweifeln, weil sie mich wirklich verunsichert hat mit ihrem ganzen Gelaber. Sie hätte uns vorher einfach sagen müssen, dass wir ihre Waschmaschine, die in unserem Raum stand nicht hätten benutzen dürfen. Wir haben sogar unser eigenes Waschpulver benutzt, hatten die Maschine für eine Stunde laufen. Eine monetäre Entschädigung wollte sie nicht.
Natürlich bin ich normalerweise höflich als Gast und frage vorher nach den Dingen, frage ob ich sie benutzen darf oder nicht. Nur die Art wie sie uns begrüßt hat, passte auf ein lockeres Bild von Menschen, nicht auf jemanden, der wegen jedem Mist ein Moralpredigt hält. Ich sagte ihr meine Meinung und brachte noch unsere benutzten Tassen in die Küche. Als sie sich an Saki zu schaffen machen wollte, die damit nun überhaupt nichts zu tun hatte, verbot ich Agnes mit ihr zu sprechen. Das kümmerte sie nicht.

"I don't want you to talk to Saki. She has nothing to do with it. It's all my responsibility".

Agnes: "Saki, would you behave in you own country like this? Would you do that? Would you?"

Sie hörte einfach nicht auf. Sie verbreitete einen unglaublichen Druck, ein schlechtes Gewissen, wo keines sein sollte. Ich glaube, dass Agnes Leute braucht, die sie zurechtweisen kann. Sie will die Dinge kontrollieren. Jetzt wo ich darüber nachdenke, erkenne ich, dass ihr ganzes Gehabe am Anfang ein Ausdruck von Kontrolle war. Diese ganze Organisation, nicht aus Nettigkeit, aber das wir auch ja nichts falsch machen. Wir waren ihr dankbar für die Unterkunft und froh sie wieder verlassen zu können. Ich verzichtete auf eine negative Bewertung bei Couchsurfing, habe aber stark darüber nachgedacht.

Wieder im Citycenter gingen wir nochmal auf die andere Seite der Donau und guckten uns die westliche Seite Budapests an und schossen Fotos von oben:


Unser nächstes Ziel war Siofok.

permalink written by  Chrizzy on August 20, 2013 from Budapest, Hungary
from the travel blog: Europa: Deutschöstungita per Anhalter
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