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Tag 16 - Potosi

Potosi, Bolivia


Gut ausgeschlafen wachte ich heute fit und gesund um 11.00 auf. Heute ging es mit endlich auch mit meiner Haut sehr viel besser. Dem Ekke ging es auch einiges besser. Da ich gestern ich kaum etwas gegessen hatte, hatte ich nun einen Baerenhunger. Neben unserem Hostel holte ich Geld und Gott sei Dank, nahm der Automat meine Karte an. Danach begann wieder der grosse Fragerei nach einem vegetarischen Restaurant. Zum Glueck gab es eines. Sehr viel weiter oben am Berg in der Strasse Oruro fanden wir ein kleines Etablissement in einer Ecke. Die Speisekarte war reichhaltig, jedoch wurden wir beim Bestellen enttaeuscht, da es einfach vieles gerade nicht gab, typisch Bolivien. Jedoch fanden wir ein Menu mit Salat, Suppe, Hauptgang und Nachspeise fuer 18 Bs, etwa zwei Euro. Es war so reichhaltig, dass wir dadurch sehr gesaettigt wurden. Zu trinken gab es frisch gepresste Saefte aus Fruechten. Einen Bananenshake mit Joghurt nahm ich gleich zwei mal fuer jeweils 6 BS, etwa 65 ct. Der Ekke genoss dasselbe. Im Restaurant sassen uns gegenueber zwei Geschaeftsleute aus Cochobamba. Fasziniert lauschten sie meinen Erzaehlungen von Deutschland und beantworteten unseren Interessierten Fragen. Es war eine sehr schoene Begegnung und wir erhielten einen kleinen Einblick in das kulturelle Fenster Boliviens. Fuer so wenig Geld so gut zu essen stimmte unsere Laune sehr positiv. Gestaerkt machten wir uns auf den Weg, die Stadt weiter zu erkunden und eine Minentour zu buchen. Diese Minenstadt war zwar nicht die schoenste, hat jedoch einen besonderen Charme. Die steilen Haenge dieser Stadt mit den kolonialen, neuen und alten Bauten wirkten manchmal zeitlich angehalten. Geweckt aus unserem Geschichtstraum wurden wir regelmaessig durch das Hupen der Autos und den abartigen Gestank der Abgase. So musste es frueher in Deutschland gerochen haben als die Autos noch keine Katalysator hatten. Aus den Auspuffen der Busse quoll dicker schwarzer und uebelriechender Rauch, der etwas an alte Lokomotiven erinnerte. Leider hatte es waehrend unseren Mahls begonnen aus Eimern zu giessen. Die Kanalisation dieser Stadt muss sehr zweitklassig sein. Sturzbaeche flossen die steilen Strassen nach unten. Menschen sprangen zwischen den Autos ueber die teilweise 2,5m breiten Stroeme. Es war voelliges Chaos. Wir betrachten die Szenerie noch eine Weile bis wir versehentlich auch in einen einen dieser Baeche platschten und nasse Fuesse hatten. Langsam hatten wir uns zu einem Touristenbuero durchgekaempft und wurden herzlich empfangen. Der Anbieter schien sehr froehlich und emfing uns mit ein paar deutschen Worten. Gut fuer den Ekke, wussten Sie auch Englisch zu sprechen. Diese Minentour war von Ex.Mineros organisiert und kostete 100 Bs. Ueberall an der Wand standen Sprueche und Zitate von Leuten, welche die Tour mit gemacht hatten. Einer lautete zum Beispiel: "Pedro you fucking Bastard, you let us lite dynamite in your ass crack" Als ich bei der Buchung auf dies vom Ekke aufmerksam gemacht wurde, meldete ich sofort bei unserem Anbieter an, dass dieser Pedro unser Guide sein sollte. Wir lachten noch viel und es war eine sehr lustige Atmosphaere. Bei den Ex-mineros, fuehlte ich mich sehr an das vertraute Baustellenklima erinnert und hatte noch viel Spass. Dem Ekke wurde jedoch auf einmal unwohl. Mir ging es zwar sehr gut, ihm aber nicht mehr. Den etwas verwirrten Ekke setzte ich in einen Collectivo, einen der staendig vorbeifahrenden Minibusse mit doppelt so viel Sitzen wie in Deutschland zulaessig waeren. Regelmaessig machte ich die Erfahrung wie gut es ist spansich zu sprechen. Jetzt alleine besuchte ich das Case de la Moneda, die alte koloniale Muenzpraegerei der Spanier. Es war sehr interessant. Neben den Apperaturen zum Muenzenpraegen befanden sich aber auch sehr schoene Gemaelde dort, wie allerlei mineralische Proben. Es war sehr lehrreich. Danach schlenderte ich zurueck zum Hostel und genoss es ueber die bunten Maerkte zu streifen und allerlei zu erfragen und probieren. Leider war das vegetarische Restaurant auf dem Rueckweg geschlossen, da ich wieder Hunger hatte. Nach einer Weile liess ich mir fuer 10 Bs, etwa 1,10 Euro die Haare schneiden. Als ich den Laden betrat, wurde soeben ein anderer Kunde bedient, sodass ich etwas warten musste. Neugierig, da scheinbar nicht viele Touristen in seinen Laden kommen, wurde ich allerlei gefragt. Als herauskam, dass ich aus Deutschland kam, fragte er mich ernsthaft, ob ich hinter einem Juden her sei. Voellig irritiert klaerte ich den Mann ueber die Tatsachen auf. Er war voellig begeistert einen Deutschen in seinem Laden zu haben. Selbst die anderen wartenden Kunden beteiligten sich am Gespraech und wollten alles moegliche wissen. Es war echt nett, so im Mittelpunkt zu stehen. Dann wollte der Friseur unbedingt ein Bild vom "Deutschen" wie er es sagte, und ihm. Er war so stolz auf das Bild, dass ich sehr stark annehme, dass es mittlerweile seinen Laden ziert. Auf meine Frage was man in Bolivien von Deutschland denkt, aeusserte er sich sehr positiv. "Ihr Deutsche seid sehr ordentlich, puenktlich und sauber. Nie gibt es Probleme mit dem Geld und ihr macht was ihr sagt. Nicht so wie die Juden. Das sind Hunde, die sind unordentlich und haben keinen Respekt." Schon wieder stellte er einen positiven und negativen Vergleich zwischen Deutschen und Juden her. Darauf fragte ich ihn warum er keine Juden moege. Wie ich auch in Argentinien bereits festgestellt hatte, gibt es Hostels die keine Israelis aufnehmen wollen. Mir wurde dort gesagt, dass viele Israelis nach dem Militaerdienst reisen und sich dann dementsprechend auffuehren. Aufgrund dieser Tatsache hat dieses Volk bei vielen Menschen in Suedamerika scheinbar einen schlechten Ruf, wie auch bei diesem Friseur. Etwas aehnliches antwortete er mir dann auch. Dies war eine wirkliche seltsame Erfahrung. Fast so seltsam wie ein anderer Bolivianer, der Saddam Hussein als Deutschen bezeichnete und deswegen Deutschland nicht sehr mochte.
Naja, nach etwa drei Stunden kam ich endlich nach meinem Bummel beim Hostel an. Dem Ekke ging es immer noch nicht so gut. Er genoss derweil das Fernsehen und litt unter Bauchschmerzen und leichter Uebelkeit. Da wir beide Hunger hatten machte ich mich wieder auf den Weg um ihm und mir etwas mitzubringen. Er wollte Sandwiches fuer den naechsten und etwas fuer den Abend. Ich machte ich also auf den Weg und ging in so gut wie jedes Restaurant auf beiden Strassenseiten und besah mir die Speisekarte. Es gab unglaublich viele Restaurants hier. Und ueberall Huenchen mit Huenchen und ein bischen Reis oder Pommes. Ich konnte es kaum glauben, keine Sandwiches zu finden. Als ich einem Thai-Restaurant war, dass auch nur im Namen Thai hatte und sonst so gut wie das gleiche wie alle anderen Restaurants anbot, kaufte ich eine kleine Portion Huenchen mit Reis und Gemuese fuer den kranken Ekke. Bis dass Essen kam war ich auf einmal umringt von fuenf jungen kichernden Bedienungen. Egal was ich sagte, alles wurde begeistert bekichert. Es war sehr sonderbar, machte aber trotzdem viel Spass. Daraufhin brachte ich dem Ekke sein Essen und machte mich wieder auf den Weg Sandwiches und etwas fuer mich zu finden. Nach einer Ewigkeit fand nach Strassenzuegen von billigen und scheusslichen Imbissstaenden, welche triefende uebervolle Burger mit Fleisch, Wuerstchen, Pommes und Zwiebeln, triefend vor Fett verkaufen, endlich ein besser aussehendes Burgerrestaurant. Es gab einfach keine Sandwiches. Hier kaufte ich nun einen zweiten Burger fuer den Ekke und kreiirte zwei vegetarische Versionen fuer mich. Diese beiden as ich gleich vor Ort. Neugierig fragte mich die Inhaberin, dessen beide Toechter auch dort arbeiteten nach meiner Herkunft, Taetigkeit usw. Nach einer Weile versuchte sie mich zu verkuppeln und etwas mit mir zu flirten. Es war alles sehr lustig. Sie versuchte mich dazu zu ueberreden am naechsten Tag auf jeden Fall wieder zu kommen. Man wird hier von allen moeglichen Leuten begafft, als waere man soeben aus dem Zoo entlaufen. Manchmal hat man das Gefuehl, dass diese Menschen das erste Mal, Weisse sehen. Ich verabschiedete mich nett und machte mich mit meiner Burgerbeute fuer den Ekke auf den Heimweg. Leider war der Ekke etwas enttaeuscht, da es keine Sandwiches waren, jedoch gab es einfach keine. Nach kurzer Ausfuehrung ueber meine Tageserlebnisse, amuesierten wir uns ueber die Ereignisse und eine weitere Nacht wurde zersaegt.


permalink written by  Fount on January 16, 2013 from Potosi, Bolivia
from the travel blog: Von Buenos Aires bis nach Lima
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